Bienen und Politik

Die Honigbiene ist ein wichtiger Indikator für den Zustand unserer Landschaft, in der die Artenvielfalt eine wichtige Säule darstellt. Aus unserer Beobachtung heraus hat sich in den letzten Jahren gerade auf dem Land die Situation dramatisch verändert. Monokulturen aus Mais und Raps, Flächenzusammenlegungen bei gleichzeitiger Vernichtung von wertvollem alten Hecken- und Hochstammbestand, aber auch Bodenverdichtungen mit weitreichenden Folgen für Wasserhaushalt und Bodenleben fallen zunehmend auf. Ursachen sind  politische Rahmenbedingungen, die eine Landwirtschaft nach ökologischen Kriterien mehr verhindert als fördert.

Diese Problematik versuchen wir aktiv in alle Ebenen der Politik zu tragen. Wir wollen gerade mit unserer Art der Imkerei Vorreiter und Pionier sein. Nicht der wirtschaftliche Ertrag an Honig muss bestimmend für Imkereien sein, sondern die landschaftspflegerischen Dienste der Bienen müssen dem Imker, ähnlich einem Schäfer honoriert werden.

Im März 2013 wurden diese Themen gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im deutschen Bundestag Dr. Anton Hofreiter und dem Landtagsabgeordneten Markus Ganserer beim Besuch in unserer Imkerei mit der Presse ausführlich besprochen und Forderungen nach einer deutlichen Kehrtwende in der Agrar-, Energie- und Umweltpolitik erhoben. Beim Gegenbesuch im Deutschen Bundestag im Mai 2013 wurde symbolisch vor dem Reichstag eine Bienenhüter-Blühmischung ausgebracht.

Diesbezüglich besuchte im März 2014 die Nürnberger SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriela Heinrich unsere Imkerei, um mit uns über Agrar-Gentechnik und mögliche Bundestagsbeschlüsse "zu streiten".

Diese Kontakte sind geblieben und werden gepflegt. Frau Heinrich schleuderte sogar einen ganzen Nachmittag mit uns den Sommerhonig 2014 von unserem Standort an der Rudolf-Steiner-Schule.

Auf kommunaler Ebene, nicht zuletzt auch als Mitglied im Biodiverstätsbündnis der Stadt Nürnberg und guten Kontakten zu Entscheidungsträgern und Stadträten, ebenso auf Landes- und Bundesebene, wie bei einem Gespräch mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, wird sich weiter für die Sache der Bienen eingesetzt.

Wir versuchen Präsenz zu zeigen und diskutiren mit, unter anderem bei lokalen Veranstaltungen, beim Bienenkongress in Nürnberg im Herbst 2016 und beim internationalen Kongress in Berlin im März 2017.

Neben der großen Forderung nach einem Umbau des landwirtschaftlichen Subventionssystems, nämlich nach gesellschaftlichen und ökologischen Nutzen, müssen kurzfristig die schlimmsten, weil giftigsten Auswüchse in unserer Nahrungsproduktion verboten werden: sämtliche Neonikotinoide und das auf Glyphosat basierende RoundUp. Sie gefährden nicht nur unsere Artenvielfalt, sondern bergen ein hohes Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier.

Wir wollen unbedingt dieser Forderung auch damit Nachdruck geben, indem wir uns ab dem April 2017 am "Umweltspäherprojekt" von Professor Menzel ("Die Intelligenz der Bienen") beteiligen und für die Freie Universität Berlin ein Bienenvolk halten.